Doping

da stimmt die Chemie!

Doping – die Diskussion

Geschrieben von doping2012 am Oktober 1, 2008

Doping – freigeben? Eine häufige Forderung, die Sinn zu machen scheint.

“Sollte überhaupt etwas bekämpft werden, was sowieso allgegenwärtig ist? Sollte nicht vielleicht Doping einfach legalisiert werden? Wenn die Sportler dann wie die Fliegen sterben, wird sich vielleicht eher etwas ändern, als durch Verbote, die sowieso nur geschickt umgangen werden und Kriminellen die Taschen voll machen. Und etwas transparent zu machen, mit all seinen Risiken, ist doch vielleicht sinnvoller, als Stillschweigen und Verdrängung.

Und, die Prohibition ist auch gescheitert!”

So schreibt mein Leser Ichbinda, so schreiben auch der geschäftsführende Direktor des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Göttingen, Professor Arnd Krüger und wer auch gerne in die Kerbe haut ist Bode Miller. Und es ist auch möglich, Matthias Heitmanns Sicht zu verstehen.
Letztlich denke ich ist das Plädoyer für eine Doping-Freigabe aus nichts anderem als Resignation gewachsen. Und tatsächlich, immer diesselbe Leier, das einerseits ja wir sind gegen Doping und Oh, Mist, wieder jemand erwischt, jetzt müssen aber Strafen her und das andererseits wir sind im Medaillenspiegel abgerutscht nicht zusammen passen, führt zu sowas. Siehe dazu auch Gunter Gebauer, der das bspw. in diesem Interview kennzeichnet.

Letztlich ist hier eine okaye Übersicht. Es geht immer wieder um Argumente, die im Bereich Moral liegen. Der Sport hat eine ethische Verantwortung, alleine derenthalben ist Doping nicht argumentierbar. Dass diese permanent korrumpiert wird, macht die Doping?-Freigeben!-These nicht besser. Dass der Vorbildfunktion nicht gerecht wird ist aber nicht so schlimm, wie dass bei einer Doping-Freigabe eben auch schon Jugendlichen suggeriert wird, dass Doping nicht so schlimm, gar Mittel zum Zweck ist. Dass kann keine Rechtsstaatlichkeit verklausulieren. Dazu kommen neben der (nicht vorhandenen) Definition von Doping im Sinne von Drogen einfach eine ungeheure Menge von Nebenwirkungen, die durchaus letal sein können.
Ein dazu herangeführter Vergleich ist, dass man dann auch die Straßenverkehrsordnung abschaffen könnte, da gegen diese ja auch x-fach pro Tag verstossen wird. …
Und ich ärgere mich auch, dass Doping-Kontrollen als nutzlose Geldverschwendung erscheinen und dass man Fabel-Weltrekorden keinen Heller glauben kann und dass allein irgendwelche Schuhfirmen da erstmal profitieren usw. Aber der Ehrgeiz ist da zu sagen: So nicht!

Oder wenn so, also mit freigegebenem Doping, dann ohne Unterstützung von irgendwelchen Sportmitteln. Kein Geld vom Staat (ginge dann gar nicht), nichts von den Verbänden und auch nichts von Nike etc. Würde es dann so einen Sport wie jetzt noch geben? Wohl kaum. Und darum gibt es weiterhin ein doofdummes Gebaren wie jetzt.

PS
Die Prohibition hat eine Substanz verboten, die wir ja nun mehr oder weniger alle schon mal zu uns nehmen. Aber Gendoping? Willst Du das? Willst Du ne schöne Steroid-Akne oder einen plötzlichen Herztod beim Sport?

2 Antworten zu “Doping – die Diskussion”

  1. ichbinda sagte

    Hallo an alle,

    ich wollte eher eine Diskussion anregen, als dass Freigabe von Doping meiner Meinung entspricht. Wir brauchen vermutlich einen dritten Weg. Der bisherige funktioniert nicht, Freigabe ist natürlich auch sehr fragwürdig. Wie wär´s mit einer Doping- und einer Nichtdopingliga in jeder Sportart? 100 Meter erst gedopt, anschließend nicht. Hm, vermutlich auch ein bisserl unsinnig. Aber was tun?

  2. doping2012 sagte

    Finde die Idee gar nicht so schlecht. Mich würde das Leistungsniveau a la Olympia im nichtgedopten Zustand ja auch sehr interessieren. Nur wird es das nie geben. Schon allein dadurch, dass Menschen so -wie soll ich sagen: skrupellos (?) sind, ihre Mitbewerber aus dem Feld zu schlagen, dass sie vermutlich immer bereit sind sog. unterstützende Maßnahmen zu benutzen.
    Darum ist auch das ganze Gerede von Fairplay und dabei sein ist alles völlig hanebüchen. Es geht um Geld und Macht. Da sind hehre Ziele faktisch praktisch ausgeschlossen.
    Traurig ist allerdings, dass die Maschinerie bislang immer weiter geht. Der beste Weg ist die Konsumverweigerung. Wenn die Menschen den High-Energy-Hochzucht-Super-Leistungs-Schrott nicht mehr interessiert sind zu sehen, dann will auch kein Sender dafür mehr Geld ausgeben. Bei der Tour de France gibt es ja nun erste Anzeichen dafür. Olympia war strictly speaking auch echt öde.

    Spannender ist eindeutig die KonsumStruktur aufzubrechen und selber Sport zu treiben oder Blogs zu schreiben oder Spaß mit Freund/Freundin zu haben oder aber auch weiterhin hartnäckig den korrupten am Spitzensport verdienenden Parteien auf die Finger zu kucken. Denn das ist ungerecht! Mafiös!

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