Doping – die Tests
Verfasst von doping2012 am September 9, 2008
Das Erstaunliche ist doch, dass Spitzensportler (die nun auch durch beispielweise unglaubliche Leistungen) behaupten, es sei ja völlig unmöglich, dass sie gedopt seien, da sie diverse Tests vor, während, nach den Wettkämpfen absolviert haben.
Bekannte Betrugsmodelle direkt beim Dopingtest waren Fremdurin entweder durch Katheder, durch Vaginalkondom oder auch einfach weil die Sichtkontrolle gar nicht stattfindet. Einen filmischen Beweis für diese Schludrigkeit liefert der Film „Sommermärchen“ zur Fussball-WM 2006: Oliver Neuville kann nicht pinkeln, wenn ihm jemand dabei zusieht. Also darf er allein auf die Toilette.

mit Urin!
Dem guten alten Donike wurden in der Krabbe, Breuer Zeit drei verschiedene Urinproben vorgebracht, die von je einer Athletin stammen sollten. Tatsächlich war es das Urin ein und derselben Person, höchstwahrscheinlich keiner Athletin.
Werner Franke auf die Frage:
Angenommen, ich nehme als Sportler Wachstumshormon oder IGF-1 oder Epo, und die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada lässt nun plötzlich doch einen Test zu, den ich und mein Dopingberater noch nicht kennen. Gibt es so etwas wie die Pille danach, die hundertprozentige Sicherheitsmethode?
Franke:
So etwas existiert. Dopingarzt Fuentes sah dafür das „polvo rojo“ oder das „polvo blanco“ vor, das rote oder das weiße Pulver. Die Sportler, die er betreute, hatten ein solches bei sich, etwa in einem winzigen Faltpapierstückchen in der Trikottasche, in einem Pflaster oder sonst irgendwo am Körper versteckt. Kurz vor Abgabe der Urinprobe lässt der Getestete etwas von diesem Pulver an seinem Finger haften und lenkt dann den Harnstrahl kurz über diesen in den Becher. Das Gemisch der darin enthaltenen Eiweiß abbauenden Enzyme, sogenannte Proteasen, zerstört dann so gut wie alle Peptidmoleküle im Urin. Dopinganalytiker können anschließend nichts mehr feststellen, sogar die körpereigenen Proteine nicht mehr. Enzympräparate, die rasch Dopingmittel abbauen können, gibt es auch in Form von kleinen Körnern, die man sich vor der Urinprobe in die Harnröhre steckt und sie dann mit dem Strahl abgibt.
(entnommen Franke, Ludwig: Der verratene Sport – Die Machenschaften der Doping-Mafia. Täter, Opfer und was wir ändern müssen. ZS Verlag Zabert Sandmann, 2007)
Hier folgende Unterpunkte:
- Dopingtest, wie läuft das ab?
- Blut- oder Urintest? Wann was?
- Die Labore, wo sind sie? Kann man ihnen trauen?
Eine etwas merkwürdig illustrierte Vorgehensweise ist bei www.dopinginfo.ch beschrieben.
Urintests sind der Standard, Bluttests sind erst lt. http://www.dshs-koeln.de/biochemie/ (ist identisch mit www.dopinginfo.de) seit dem Jahr 2000 ausgeführt worden, da im Urin bspw. EPO nicht nachweisbar war/ist. So weit ich momentan im Wissensstand bin, ist der einzige verlässliche Nachweis von den wirklich argen Dopingmethoden der, Blutbilder der einzelnen Athleten festzustellen und dann bei neuerlichen Kontrollen die Ergebnisse mit dem schon vorhandenen Bild abzugleichen. Natürlich kann man schön weiter Urin sammeln, durch die Welt zu geheimen Orten und vertrauenswürdigen Laboren fliegen, allein bringen wird es nicht so viel.
Die für den Spitzensport relevante Anti-Doping-Institution ist die 1999 vom IOC ins Leben gerufene WADA. Davon gibt es nationale Töchter-Agenturen. Zumindest ist die WADA verantwortlich für die Akkreditierung von Doping-Test-Laboren und sie listet diese hier auf. Von den einzelnen Laboren wird hier noch gesprochen werden. Interessant dazu der Artikel von Jens Weinreich. Das Minsker Nationalbüro ist noch nicht gelistet. Dafür aber das polnische. Dazu hat Werner Franke wieder eine Anekdote über Julia Nesterenko, der Olympiasiegerin von 2004.