- Substanzen (bzw. „Wirkstoffe“)
- Methoden
- Bei bestimmten Sportarten verbotene Substanzen/“Wirkstoffe“
Die Kategorisierung erfolgt nach der Verbotsliste der WADA, der Welt-Anti-Doping-Agentur, deren deutscher Ableger, die NADA, die jährlich aktualisierte Liste auch auf deutsch übersetzt.
Ich persönlich mag den Begriff „Substanz“ lieber, er klingt neutraler, nebulöser; so wie Doping halt ist.
zu 1. Substanzen (bzw. „Wirkstoffe“) gehören:
- Anabol-androgene Steroide (AAS)
Geläufiger ist die Bezeichnung ‘anabole Steroide’, da bei der Einnahme der anabole Effekt der erwünschte ist. Vereinfacht gesagt bedeutet dies einen aufbauenden Effekt in der Eiweiß-/Muskelstruktur, mit gleichzeitiger Verringerung von Körperfett. Athleten, die im Training stehen, erzielen eine erhebliche Leistungsföderung auch dadurch, dass sie weniger Ruhephasen benötigen. Die unerwünschte androgene Nebenwirkung wird bei einem Überkapitel ‘Risiken/Nebenwirkungen/Unglücksfälle’ auftauchen.
Ein Steroid ist eine biologisch wichtige organische Verbindung; das kann also Gallensäure sein, aber hier geht es immer um Testosteron.
Anabolika haben das Doping über Jahrzehnte dominiert. Die an den Körpern absehbaren Folgen, namentlich Virilismus, also Vermännlichung, ist -denke ich- bekannt.
Das Testosteron-Doping ist seit Anfang der 1970er verboten, es fehlte allerdings an genauen Nachweismethoden. Erst 1983 wurde durch Manfred Donike ein Verfahren entwickelt, das bis heute angewendet wird. (Dazu später mehr bei ‘Tests’ und ‘Personen’)
Das Verbot von solch synthetisch hergestellter Steroide heißt nicht, dass es die Stoffe nicht (mehr) gibt. Die Substanzen sind beispielsweise über das Internet bestellbar und werden exemplarisch in der Bodybuilder-Szene auch privat nach wie vor eingesetzt. Folgende Stoffe sind immer wieder aufgetaucht:
* Oral-Turinabol (das DDR-Doping-Mittel)
* Nandrolon
* Metandienon
* Stanozolol (Ben Johnson)
* Metenolon
(entnommen http://de.wikipedia.org/wiki/Anabole_Steroide)
Nicht zu den Anabolika, aber dennoch in dieser Gruppe subsumiert wird das bekannte
* Clenbuterol (Kathrin Krabbe), sowie
Tibolon, Zeranol, Zilpaterol.
Die nächste wichtige Wirkstoffgruppe ist die der
- Hormone und verwandte Substanzen,
dazu gehören
* Erythropoietin (EPO) (das Fahrrad-Doping der 1990er, war zwischenzeitlich nachweisbar, allerdings gibt es Nachfolge-Epo-Produkte, die es nicht mehr sind. Der Wikipedia-Artikel dazu ist übrigens wirklich empfehlenswert.)
* Wachstumshormone (Human Growth Hormone, mit Unterkategorisierung von Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor (IGF-1), sowie Somatotropin
* Gonadotropine (zum Beispiel Luteinisierende Hormon, humaneChorionGonadotropin)
* Insuline
* Kortikotropine
Zu diesen fünf Gruppen gibt es hier eine gute Seite.
Weiter geht’s! Nicht schlappmachen, das dürfen die Spitzenathleten auch nicht!
* Beta-2-Agonisten (Hier gehört Clenbuterol wohl auch dazu, nun, leistungssteigernd soll es wirken)
* HORMON-ANTAGONISTEN und -MODULATOREN
1. Aromatasehemmer; dazu gehören unter anderem Anastrozol, Letrozol, Aminogluthetimid, Exemestan, Formestan, Testolacton.
2. Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs); dazu gehören unter anderem Raloxifen, Tamoxifen, Toremifen.
3. Andere antiöstrogene Wirkstoffe; dazu gehören unter anderem Clomiphen, Cyclofenil, Fulvestrant.
4. Wirkstoffe, welche die Myostatinfunktion(en) verändern, dazu gehören unter anderem Myostatinhemmer. Myostatin ist ein körpereigenes Protein, das verknappt gesagt das Muskelwachstum hemmt. Dreht man dieses Hemmnis um, kann das Muskelgewebe vermehrt Zellen bilden. Es handelt sich hierbei im Grunde ebenfalls um Gendoping, da eine genetische Veränderung vorgenommen wird. Wie weit das möglich ist, ist spekulativ. Sicher ist nur, dass ein Nachweis in einem Dopingtest kaum möglich ist.
* DIURETIKA UND ANDERE MASKIERUNGSMITTEL Maskierungsmittel sind verboten. Dazu gehören Diuretika, Epitestosteron, Probenecid, Alpha-Reduktase-Hemmer (zum Beispiel Finasterid, Dutasterid), Plasmaexpander (zum Beispiel Albumin, Dextran, Hydroxyethylstärke) und andere Wirkstoffe mit ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en). Zu den Diuretika gehören Acetazolamid, Amilorid, Bumetanid, Canrenon, Chlortalidon, Etacrynsäure, Furosemid, Indapamid, Metolazon, Spironolacton, Thiazide (zum Beispiel Bendroflumethiazid, Chlorothiazid, Hydrochlorothiazid), Triamteren und andere Wirkstoffe mit ähnlicher chemischer Struktur oder ähnlicher/n biologischer/n Wirkung(en) (ausgenommen Drosperinon, das nicht verboten ist).
Allein für diesen Dschungel an Stoffen jeweils einen Nachweis zu finden ist innert einer Blut-/Urinprobe eher unwahrscheinlich.
zu 2. Methoden (etwas überschaubarer)
* ERHÖHUNG DES SAUERSTOFFTRANSFERS Folgende Methoden sind verboten:
1. Blutdoping einschließlich der Anwendung von eigenem, homologem oder heterologem Blut oder Produkten aus roten Blutkörperchen jeglicher Herkunft. (nachdem EPO nachweisbar wurde, ist die Methode beim Fahrrad-Team Telekom benutzt worden. Siehe dazu den Untersuchungsbericht (pdf)) der Uniklinik Freiburg, die in Westdeutschland wohl über Jahrzehnte maßgeblich für das Doping im Spitzensport war.
2. Die künstliche Erhöhung der Aufnahme, des Transports oder der Abgabe von Sauerstoff, unter anderem durch Perfluorchemikalien, Efaproxiral (RSR 13) und veränderte Hämoglobinprodukte (zum Beispiel Blutersatzstoffe auf Hämoglobinbasis, Mikrokapseln mit Hämoglobinprodukten).
* CHEMISCHE UND PHYSIKALISCHE MANIPULATION
1. Verboten ist die tatsächliche oder versuchte unzulässige Einflussnahme, um die Integrität und Validität der Proben, die während der Dopingkontrollen genommen werden, zu verändern. Hierunter fallen unter anderem die Katheterisierung, der Austausch und/oder die Veränderung von Urin. (klingt nach Schulbubi-Methoden, ist aber alles schon vorgekommen)
2. Verboten ist die intravenöse Infusion. In einer akuten medizinischen Situation, in der diese Methode für notwendig erachtet wird, wird eine rückwirkende Ausnahmegenehmigung zur therapeutischen Anwendung gefordert.
* GENDOPING
Womöglich das spannendste Feld. Wenig bekannt, überhaupt nicht nachweisbar. Einzig Repoxygen tauchte da bislang auf. Allerdings wird Epo nun eben auch genetisch eingesetzt! Einen Einblick bietet dieser Artikel auf faz.net.
Puh und nun noch ein paar im Wettkampf verbotene Wirkstoffe und Methoden:
Adrafinil, Adrenalin , Amfepramon, Amiphenazol, Amphetamin, Amphetaminil, Benzphetamin, Benzylpiperazin, Bromantan, Cathin , Clobenzorex, Cocain, Cropropamid, Crotetamid, Cyclazodon, Dimethylamphetamin, Ephedrin , Etamivan, Etilamphetamin, Etilefrin, Famprofazon, Fenbutrazat, Fencamfamin, Fencamin, Fenetyllin (ebenfalls ein Amphetamin-Derivat. Es ist in Deutschland unter dem Namen Captagon bekannt. Peter Neururer behauptete, dass dies ein häufig verwendetes Mittel im Profifussball war{?}. Zumindest ist unter den Nebenwirkungen auch hier eine besondere Beanspruchung des Herzens bekannt), Fenfluramin, Fenproporex, Furfenorex, Heptaminol, Isomethepten, Levmethamfetamin, Meclofenoxat, Mefenorex, Mephentermin, Mesocarb, Methamphetamin (D-), Methylendioxyamphetamin, Methylendioxymethamphetamin, p-Methylamphetamin, Methylephedrin, Methylphenidat, Modafinil, Nicethamid, Norfenefrin, Norfenfluramin, Octopamin, Ortetamin, Oxilofrin, Parahydroxyamphetamin, Pemolin, Pentetrazol, Phendimetrazin, Phenmetrazin, Phenpromethamin, Phentermin, 4-Phenylpirazetam (Carphedon#), Prolintan, Propylhexedrin, Selegilin, Sibutramin, Strychnin, Tuaminoheptan
#Carphedon, das Kosmonauten-Doping russischer Schule, das nach dieser Kategorisierung lediglich im Wettkampf verboten ist, ist also ein Aufputschmittel, das kurze Zeit nach Einnahme nicht mehr nachweisbar ist.
Cocaine, ja kann nicht alles übersetzt werden, mach ich ja auch nicht, aber Strychnin? Nun…
Konnte ich mir nicht vorstellen, dass mit Rattengift gedopt wird. Wurde aber schon! Welche Skrupellosigkeit im Doping herrscht.., nun bei der englischen Wikipedia ein Beleg.
Buprenorphin, Dextromoramid, Diamorphin (Heroin), Fentanyl und seine Derivate, Hydromorphon, Methadon, Morphin, Oxycodon, Oxymorphon, Pentazocin, Pethidin
- Cannabinoide
- Glukokortikosteroide (Bezeichung für Medikamente mit dem Inhaltsstoff Cortison)
Dann kann ich im Training eigentlich, naja, mal so, hmmm…
Jetzt abschließend zu 3. Bei bestimmten Sportarten verbotene Substanzen/“Wirkstoffe“
- Alkohol (macht ja Sinn bei Motor-/Luftsport etc.)
- Betablocker (in Disziplinen, die eine hohe Konzentration und präzise Bewegungen erfordern)
Reicht erstmal
Erstmal.
Einige Substanzen sind hier nicht gelistet. Es werden in Zukunft auch nicht weniger werden, aber einige habe ich vergessen, oder nicht subsumiert. Zum Beispiel:
* Tetrahydrogestrinon (THG)
THG geriet über den Balco-Skandal in die Medien, dieser Artikel gibt schon mal einen ganz okayen Überblick.